Zweiter Beitrag

Kurze Beschreibung

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Zwischen 400 und 450 n. Chr. wanderte ein Teil der küstennahen Sachsen zusammen mit Angeln und Jüten in das von den Römern verlassene Britannien aus und sie gründen dort - als "Angelsachsen" - Königreiche, z.B. Wessex, Sussex und Essex (Westsachsen, Südsachsen und Ostsachsen). Zwar haben die Auswanderungen zu einer teils erheblichen Schwächung der Besiedlung des kontinentalen Sachsen geführt, doch kam es keineswegs zu einer völligen Entvölkerung (Capelle, 1999). So konnten Archäologen oft keine Unterbrechung der Siedlungstätigkeit auf der Geest feststellen (Behre, 2002). Nach einer Phase des Verharrens kommt es zu einem erneuten, archäologisch nachweisbaren, Aufschwung im "alten" Sachsen (Capelle, 1999). Im Gegensatz dazu wurden allerdings die Marschgebiete  im nordwestlichen Niedersachsen von den Sachsen völlig aufgegeben, wobei zunehmende Sturmfluten und ein Anstieg des Meeresspiegels wichtige Ursachen für die Auswanderung waren. Erst im 7. und 8. Jahrhundert wurden diese Gebiete (das heutige Ostfriesland, Butjadingen und Wursten) wieder besiedelt, und zwar durch die von Westen kommenden Friesen (Behre, 2004). Von den Angelsachsen in Britannien wurden die kontinentalen Sachsen - zu denen weiterhin Kontakte bestanden - fortan "Altsachsen" genannt. Noch bis in das 11. Jahrhundert bestand eine Sprachgemeinschaft zwischen kontinentalen Sachsen und Angelsachsen, während sich Sachsen und die Bewohner des heutigen Süddeutschlands nur schwer verständigen konnten.